Zeittafel - Rittergutsschloss Taucha | Rittergutsmuseum | Förderverein Schloss Taucha e. V. | --------o00o---°(_)°---o00o--------

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Zeittafel des Rittergutsschlosses Taucha
(bereitgestellt von D. Porzig, Taucha)

974
Erste urkundliche Erwähnung als Burgort Cothug (urbs Cothung) in der Chronik des Bischofs Thietmar von Merseburg. Die Burg war ökonomischer und militärischer Mittelpunkt eines Burgwardbezirkes. Was ist / war ein Burgward?

1004

Kaiser Heinrich der II. schenkt die Burg samt Burgwardbezirk dem Erzstift Magdeburg.

1170

Unter dem Namen Tuch wird dem Marktflecken Taucha durch den Merseburger Erzbischof Wichmann von Seeburg das Stadtrecht verliehen. Dies fand wahrscheinlich auf dem Burgareal statt. Dadurch soll eine Konkurrenz zum meißnischen Leipzig aufgebaut werden.

1220

Erzbischof Albert von Magdeburg lässt als sichtbaren Ausdruck der städtischen Selbständigkeit ein Schloss und die Stadtmauer errichten.

1282

Belagerung und Schleifung der Anlage durch Dietrich von Landsberg, Markgraf von Meißen. Der Burgberg soll viele Jahrhunderte wüst gelegen haben. Aus den Trümmern sollen ein großer Bergkeller, das Rathaus, das Spital und die Baderei errichtet worden sein (um 1500).

1349-1355

Die „Grundherrschaft Taucha” kommt unter die Oberlehnsherrschaft der Markgrafen von Meißen, die etwa 200 Jahre lang feudale Stadtherren einsetzen.

1542

Der damalige Stadtherr Wilhelm von Haugwitz der Jüngere lässt auf dem Burgberg (erneut) ein Schloss errichten. Die Grundfläche der damaligen Schlossanlage entspricht in etwa der des späteren Rittergutes und hat sich bis heute nicht wesentlich verändert.

1547

Aufenthalt des Kurfürsten Johann Friedrich im Tauchaer Schloss.

1569

Der Leipziger Rat kauft über Mittelsmänner im Ergebnis eines undurchsichtigen Handelsgeschäftes Schloss und Grundherrschaft Taucha.

1571

Belehnung Leipzigs mit Schloss und Grundherrschaft Taucha durch den Herzog von Sachsen. Leipzig erlangt dadurch die Erb-, Lehns- und Gerichtsbarkeit über die Stadt Taucha und deren Bewohner sowie 14 zum Schlossbezirk gehörige Dörfer. Die Stadt Leipzig setzt von nun an ihr genehme Schlossverwalter, später Rittergutspächter, ein.

1570-1600

Sehr häufig finden die „Jahrgerichte” der Stadt Leipzig für die Tauchaer Bürger wegen schlechten Wetters nicht am Dingstuhl sondern im „Großen Saal” des Tauchaer Schlosses statt.

1610-1611

Erhebliche Reparaturen am alten Verwalterhaus.

1622

Johann Georg der I., Herzog von Sachsen, nimmt am 1. Mai Quartier auf dem Schloss.

1631-1644

In der letzten Phase des Dreißigjährigen Krieges nehmen zahlreiche Feldherren der schwedischen und der kaiserlichen Armee vorübergehend Quartier im Tauchaer Schloss.
ausführliche Zeittafel hier


1672-1676

Größere Reparaturarbeiten und Umbauten im Schlosskomplex. Das Saalgebäude wurde verbreitert und erhöht, der Turm wurde erhöht und mit Kupferhaube versehen.

1706

Auf dem Weg zur Unterzeichnung des Friedensvertrages mit Sachsen/Polen (Nordischer Krieg) richtet der Schwedenkönig Karl XII. vorübergehend sein Hauptquartier im Tauchaer Schloss ein. Auf dem Schloss verbleibt für ein Jahr eine schwedische Garnison.

1722-1744

Weitere Umbauten im Schlosskomplex. Die Lücke zwischen stadtwärtiger Schlossseite und Turm wird geschlossen. Wahrscheinlich wird auch das alte Verwalterhaus um- oder neugebaut. Der Schlosskomplex besteht nach einem alten Inventar aus dem Jahre 1744 nunmehr aus Wohn-, Repräsentations- und Wirtschaftsgebäuden.

1763

Belagerung der Stadt und des Schlosses durch preußische Truppen während des Siebenjährigen Krieges.

1813

Vom Turm des Schlosses werden Kämpfe östlich von Leipzig während der Völkerschlacht verfolgt. Das Schloss dient vor allem bei den Kämpfen am 18. Oktober als Lazarett für 1.000 preußische und russische Soldaten. Im Schlossgarten werden 40 verstorbene Soldaten begraben.
ausführliche Zeittafel und Ortsbeschreibung hier

um 1820

Abriss des Schlossturmes. In der Folgezeit durch Abriss der Repräsentationsräume und Umbau Schaffung eines reinen Landwirtschaftsbetriebes. Bau einer Schnapsbrennerei mit Schornstein. Der schlossartige Charakter des Areals geht verloren.

1888

Bauliche Veränderungen am Kuhstall, eine „Leutestube” und ein kleiner Schweinestall wurden eingebaut.

1896
Umbau des Pferdestalles.

1899

Vor das bisherige Pächterhaus wird zur Straßenseite hin ein repräsentatives neues Pächterhaus gebaut.

1901

Anbau eines Aufenthaltsraumes für Stallschweizer an den Kuhstall.

1918

Wiederaufbau der 1917 abgebrannten Rittergutsscheune. Der Versuch der Tauchaer Stadtverwaltung, bei dieser Gelegenheit den Brennereischornstein turmartig ummanteln zu lassen, scheitert am Widerspruch des Leipziger Rates.

1937

Einbau eines Milchraumes im Kuhstallgebäude. Teilausbau des Dachgeschosses über dem Kuhstall. (Einrichtung von zwei Schlafräumen und einer Wohnküche). Einbau einer Landarbeiterwohnung über dem Pferdestall.

1946

Obwohl das damalige Rittergut Taucha noch im Besitz der Stadt Leipzig ist und folglich nicht aufgeteilt werden durfte, wird im April 1946 bis auf 37 ha der Landbesitz aufgeteilt. Nach jahrelangen unterschiedlichen Bewirtschaftungsformen des Restes des Gutes übernimmt eine LPG die Bewirtschaftung.

1952

Umbau zahlreicher Stallgebäude zu einer Schweinemästerei.

1996

Übernahme des „Schlosskomplexes” durch die Stadt Taucha.

2000

Gründung des Fördervereines Schloss Taucha e. V., bauliche Sicherung des Herrenhauses, Abriss störender, der landwirtschaftlichen Nutzung geschuldeter Anbauten

2001

Vielzahl von Studentenarbeiten i. R. der Denkmalsmesse als Ideenbörse für erneuten Workshop bzgl. Rekonstruktion und Umnutzung, Dachsicherung der Gebäude 1 - 4, Einzug des FV Schloss Taucha e. V. in die Vereinsräume im Herrenhaus, feierliche Einweihung des Schlosseinganges nach aufwändiger Rekonstruktion des Mauerportals und kunsthandwerklicher Anpassung der durch die Tauchaer Familie Steigert gespendeten schmiedeeisernen Tür- und Toranlage, Initiative und Kostenübernahme durch den FV Schloss Taucha e. V.

2002

Wiederanlage eines Weinberges an historischer Stelle, Dachsicherung der Gebäude 8 (Kulturscheune) und 9 (Nebengebäude), Wiederentdeckung und Neugestaltung eines Schlossbrunnens

2003

Workshop des FV Schloss Taucha e. V. zur Nutzung und Vermarktung der Anlage, Dachsicherung der Gebäude 5 - 7 (wobei 30.000 € Eigenmittel durch den Förderverein der Stadt als Bauherrin zur Verfügung gestellt werden), Verlegung von neuem Fußboden, bauliche Sicherung des Kellergewölbes, Vergrößerung des Weinberges

2004

Einbau neuer Holztore und -türen im Gebäude (verglastes Fachwerktor bei Kulturscheune), Einrichtung von Vereinsräumen durch den Spielmannszug Taucha im Gebäude hinter dem Weinberg

2006

Ringerschließung mit den Medien Trinkwasser, Abwasser, Gas und Strom, Beginn Ausbau Weinkeller unter der Kulturscheune.

2007

Umbenennung der Schlossauffahrt von Heinrich-Zille-Winkel in Haugwitzwinkel durch die Stadt Taucha.

2009

Einweihung eines Wappens derer von Haugwitz am Schlosstor.

2010

10 Jahre Förderverein Schloss Taucha e. V., 790 Jahre Schlossanlage (seit 1220, s. o.), Kontaktaufnahme mit der Familie von Haugwitz.

2011
Eröffnung des 1. Deutschen Rittergutsmuseums.

2012
Errichtung tourisch-historischer Tafeln an den Gebäuden. So können sich Besucher auch ohne Führung "schlau machen".

2013
Gedenkfeier anlässlich der 200. Wiederkehr des Völkerschlacht bei Leipzig
Abschluss zweier Forschungsprojekte


 
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