Winzer & Weinberg - Rittergutsschloss Taucha | Rittergutsmuseum | Förderverein Schloss Taucha e. V. | --------o00o---°(_)°---o00o--------

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Verein > Vereinsleben

 

Vereinsleben | Winzer & Weinberg

 
Ehrenurkunde "Winzer zu Schloss Taucha"
 

H i s t o r i s c h e s

  • Weinberg am Schloss, Südwest-Hang

  • Erwähnung schon unter Wilhelm von Haugwitz d. Älteren und im Kaufbrief des Leipziger Rates von 1569/70.

  • Weinberg-Neuanlage am Schloss, Südost-Hang, Neuanpflanzung im April 2002 und 2003 mit der Weinrebe Dornfelder.

  • Eigentümer: Stadt Taucha Pächter: Förderverein Schloss Taucha.

W e i n - S p u r e n   i n   T a u c h a

Vor rund 500 Jahren hat die Rebe in der Region Fuß gefasst.

Im Zusammenhang mit dem Aufbau des Weinberges am Tauchaer Schloss war es schon interessant, in historischen Unterlagen noch weitere Spuren des Weinanbaus in Taucha zu entdecken. Da im Allgemeinen nur noch die Namen früherer Anlagen existieren, jedoch weder genaue Lage noch Größe bekannt waren, soll eine kurze Übersicht dazu beitragen, etwas Licht ins Dunkel ehemaliger Weinberganlagen in und um Taucha zu bringen.

Mit dem Übergang des Rittergutes und der Stadt an den Rat von Leipzig im Jahre 1569 sind aussagekräftige Nachweise über einige Rehflächen und ihre Einordnung in die Stadt- und Feldstruktur entstanden. Ergänzt wurden sie darüber hinaus durch Daten zur Entlohnung der Arbeiten und zur Verpachtung der Anlagen an Winzer.

Spätestens mit Beginn des 16. Jahrhunderts hat die Weinrebe in und um Taucha Fuß gefasst. Es wurden größere Weinberge angelegt und dazu die natürlichen Bedingungen der Hügellandschaft genutzt. Die durch die Eiszeitgeschiebe entstandenen Endmoränen waren eine ideale Voraussetzung für den Weinbau.

In ihrer Zuordnung zu den Rittergütern finden sich aus heutiger Sicht vier Standorte. Durch eine Flurkarte von 1840 zum Feldbesitz um 1569 sind sie ebenso belegbar wie durch die Angaben zu Christian Michael Dörfflers Grenzbeschreibung und Vermessungsunterlagen von 1716 bis 1724. Außerhalb der Tauchaer Flur - zwischen Merkwitz und Plaußig - befand sich ein weiterer Weinberg.

W e i n b e r g e   i n   u n d   u m   T a u c h a

  • Weinberg am Schloss, Südwest-Hang, existierte vor 1716, war 1.460 m² groß

  • Weinberg-Neuanlage am Schloss, Südost-Hang, seit 2002 angelegt.  Eigentümer: Stadt Taucha. Pächter: Förderverein Schloss Taucha.

  • Weinberg am jetzigen Stadtpark am Südhang unterhalb der jetzigen Bastei, bestand ab 1559 bis etwa 1700, Größe etwa 22.400 m²

  • Weinberg vor dem Eilenburger Tor, Südhang, Richtung Dewitzer Straße, angelegt vor 1716, Größe: 14.200 m²

  • Weinberg am "Schanz", Südhang, Graßdorf/Gradefeld, jetzt Hölle, vor 1724 in einer Größe von 14.400 qm²

  • Weinberg Merkwitz/Plaußig, Südlage, westlich der Mühle Merkwitz vor 1724 bis 1795 auf 10.000 m²

W e i n l e s e   2 0 0 4

Über 70 kg Trauben wurden in den vergangenen Wochen gelesen.- Der von Kennern mit Verwunderung zur Kenntnis genommene Name "Schlosskeller" trifft im Kern nicht ganz den Charakter und die Entstehung unseres Weines. So wurde nach Diskussion in der Mitgliederversammlung und Beschlussfassung im Vorstand eine weitere Weinsorte kreiert, der "Tauchaer Schlossberg". Auf gutes Gelingen und sehr zum Wohl!

M e i n u n g   u n s e r e r   W i n z e r

In südöstlicher Hanglage hat der Förderverein Schloss Taucha e. V. auf einem vorbereiteten Terrassenfeld 50 Weinreben der Sorte "Dornfelder" gepflanzt und damit eine alte Tradition zu neuem Leben erweckt. Die bereits 2001 vorbereiteten Terrassen belebten am 6. April 2002 ca. 30 Helfer. In weniger als 3 Stunden standen die Reben in Reih und Glied, gehalten durch jeweils 3 Bambusstangen als Rankhilfe. Eine Ideallage hat der Weinberg allerdings nicht, aber die freie Sonneneinstrahlung bis zum frühen Nachmittag sowie die Schlossmauern im Hintergrund sollten für ein normales Wachstum reichen. Diese Ansicht vertrat auch der Rebenlieferant Sven Taraba aus Leipzig. Seine Meinung hat sich mehr als bestätigt. Zur Freude des Vereins und der Weinbergbetreuer Klaus Arnold und Harry Hoffmann stehen dank ihrer umsichtigen Pflege alle Reben in einem prächtigen Wuchs. Der Fruchtansatz lag im ersten Jahr bei ca. 50 %.

Wo liegt nun die erste historische Grundlage? Ob bereits die schwedischen Truppen bei ihrer Quartiernahme 1642 Wein aus Taucha tranken ist nicht bekannt, auch nicht bei der Zwischenstation des Schwedenkönigs Karl XII. zum Friedensabschluss des Nordischen Krieges 1706 in Altranstädt. Aber, und das ist eher wahrscheinlich, beim Jubelfest der Augsburger Konfession vom 25. - 27. Juni 1730 in Taucha. Warum nun gerade zu diesem Zeitpunkt? Eine Kartierung zum Schloss Taucha aus dem Jahre 1722, nach einem Plan von Do
rffler, zeigt den Hang vom Schlosseingang bis zur Hälfte des Zwingers, später Brennerei, als Weinberg.

Das ist unser Ansatzpunkt! Seine Größe lässt vermuten, dass zu diesem Zeitpunkt, und sicher schon früher, nicht nur Wein für die Tafel, sondern auch zur Herstellung eines Trinkweins genutzt wurde. Wir wollen es einfach mal annehmen, denn der Wein ist nicht nur "das Getränk" unserer Zeit. Die Weinrebe gilt als eine der ältesten Kulturpflanzen, und ihren Anbau kann man bis 3 Jahrtausende vorchristlicher Zeit zurückverfolgen. Ägypter, Griechen, Babylonier und Inder betrieben schon damals Weinanbau, und erst viel später brachten die Römer die Weinrebe nach Mitteleuropa. Der Weinberg zu Taucha 1722 ist allerdings sächsischen Ursprungs. Im Frühjahr 2003 erfolgte eine weitere Pflanzung. Aus der Lese vom Herbst 2003 wurden 19 Flaschen Schlosskeller gekeltert. Der Weinberg bildet mit seinen Spalieren in diesen Tagen ein gepflegtes Bild. Sehen wir also der Entwicklung unserer Anlage ganz positiv entgegen.

Die Nutzung eines Rundweges um das Schloss und die Begehung des Weinberges sollten zu einer touristischen Attraktion unserer Stadt werden. Die kulturelle Nutzung im Schlossareal wäre dann „DER HÖHEPUNKT‟ eines Besuches. Pflegen und erhalten wir daher die historische Anlage im Sinne und zur Freude aller Tauchaer und ihrer Gäste.

Klaus Arnold und Harry Hoffmann

E U - Ä r g e r

Die Mitglieder des Schlossvereins Taucha in Sachsen haben Ärger. Es geht um ihren Kelterwein. Denn das Anbaugebiet der Hobbywinzer ist zu groß. 100 Quadratmeter dürfen es nach geltendem EU-Recht sein, 130 Quadratmeter sind es. Jetzt müssen vier Reihen weg, das sind etwa 40 Reben, sagt Harry Hoffmann, einer der Betroffenen.

Dazu ein Beitrag vom MDR
- ausgestrahlt am 30.03.2009 um 21:55 Uhr.

Folder Weinberg

Vereinsfolder 6-seitig "Weinberg"
Layout & Produktion: Verein/Moldenhauer
Fotos: Verein

R e k o r d l e s e 2 0 0 9
Von Klaus Arnold


Z u   t r i n k e n   e i n e n   g u t e n   W e i n
k a n n   o f t   s e h r   s c h n e l l   g e s c h e h e n   s e i n.
D o c h   b i s   e r   r e i f   w i r d,   h e l l   u n d   k l a r,
b r a u c h t ‘ s   h a r t e   A r b e i t   –   f a s t   e i n   J a h r.



Ab dem Weinjahr 2009 ist durch die Gewinnung von Frau ELKE KABELITZ für die Betreuung des Weinberges eine leichte Entspannung eingetreten. Im Oktober konnten ca. 430 kg Trauben im Weingut Rollsdorfer Mühle in Seeburg zum Keltern und Ausbau angeliefert werden. Die 7. Weinlese war die mit dem bisher größten Ertrag und ergab dann 426 Flaschen „Tauchaer Schlossberg“. Es gibt mehrere Gründe für diese Leistung, und einer könnte sein, dass in der Betreuung des Weinberges im Jahr 2009 die Frauenquote 50 % betragen hat.

Obwohl keine Prädikatsweine angestrebt werden, sollte doch eine gewisse Qualität erreicht werden. Es ist schon eine Gratwanderung zwischen Güte und Menge. Im Oktober 2010 erhielt der Jahrgang 2009 anlässlich einer Veranstaltung seine Weihe und wurde somit ins öffentliche Weinleben entlassen. Der Jahrgang wird allgemein als ein gelungener Tropfen eingeschätzt.
 
Fast schon zu einer Tradition ist geworden, dass der Rebschnitt am Tauchaer Weinberg als eine Art Lehrveranstaltung durchgeführt wird. Der Profiwinzer ARMIN GALLER aus Leipzig - er begleitet den Weinberg mit seinem Fachwissen - erklärt interessierten Bürgern praxisnah den fachgerechten Rückschnitt der Rebstöcke. So auch im Weinjahr 2010.
 
Eine erfreuliche Entwicklung in Sachen Weinbergbetreuung gab es in dem eben genannten Jahr. Das Vereinsmitglied HANS-STEPHAN STICHEL verstärkt die Hobby-Winzermannschaft und wird wesentlich zum Erfolg beitragen. Optimal wäre allerdings, wenn ein weiteres Vereinsmitglied die Betreuung mit übernehmen würde.
 
Nicht so erfreulich war die Entwicklung der Trauben. Regen, Nässe und kaum Sonnentage in den Monaten August und September machten eine erfolgreiche Ernte zunichte. Mitte September musste eine Notweinlese mit erheblichen Verlusten durchgeführt werden, ca. 100 kg Trauben war die Ausbeute. Dabei ist ein schwacher Trost, dass auch andere Winzer in Sachsen, an Saale-Unstrut einschließlich Weinstraße Mansfelder Seen ebenso betroffen waren.
 
Für die Rekultivierung des Weinberges am Tauchaer Schloss erfolgte 2001 und 2002 die Terrassierung des Hanges. Im Rahmen eines Internationalen Workcamps der Ökumenischen Jugenddienste wurden Stützmauern angelegt. Sicherlich eine gut gemeinte Aktion, aber leider ohne längerfristige Stabilität und Haltbarkeit. Pflastersteine, mit Erde zusammengepappt, sind nur bedingt geeignet für eine Trockenmauer. Zum jetzigen Zeitpunkt befindet sich der Weinberg in Auflösung, die Standfestigkeit der Terrassenwände ist nicht mehr gegeben. Das Wiedereinsetzen ausgebrochener Teile ist Flickschusterei und nur kurzzeitig haltbar. Die Weinbergbetreuer haben Vorschläge für eine Lösung mit einer nach ihrer Einschätzung langfristigen Stabilität angedacht. Mit der arbeitsmäßigen Umsetzung sind sie und der Verein insgesamt überfordert. Hier wird es noch Überlegungen geben müssen, wobei auch die finanzielle Seite mit in die Betrachtungen einbezogen werden muss. Neben den baulichen Maßnahmen an den Terrassen sind auch Instandsetzungsarbeiten am Drahtrahmen notwendig.
 
Diese Darlegungen zeigen, dass es auf der einen Seite interessant sein kann, einen 100 m² Weinberg zu betreiben und vielleicht einen guten Tropfen Rotwein zu generieren, auf der anderen Seite aber auch damit Probleme in der Betreuung und baulichen Unterhaltung auftreten können.
 
Der Weinberg am Rittergutsschloss ist eine Bereicherung für den Verein und die Stadt Taucha. Er sollte und muss erhalten werden. Winzer müssen Optimisten sein, die Schloss-Winzer von Taucha sind es.

Dieser Artikel erschien auch in der Rittergutspost Nr. 2

nach oben

Unsere Weinbauern nach der Lese der Tafeltrauben

nach der Weinlese der Tafeltrauben ...
nach der Weinlese der Tafeltrauben ...

nach oben

Presseartikel


14.03.2017 | LVZ | Rebschnitt mit Experten-Tipp
21.10.2016 | TOM | Die Tauchaer Weinlese ist beendet
18.04.2015 | LVZ | Taucha ehrt Hobby-Winzer | Fotos
03.03.2015 | LVZ | Radikaler Schnitt für Traubenpracht
24.09.2014 | LVZ | Weinernte am Tauchaer Schloss
30.09.2013 | LVZ | Mehltau verhindert Weinlese

Weitere interessante Details zum Weinberg finden Sie auch in der Rubrik "Weinberg" im Abschnitt Örtlichkeiten.

 
Weinberg nach Rebschnitt - März 2017
Fotos: H.-J. Moldenhauer
 
 
Suchen
Counter
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü