Veranstaltungen 2012 - 1. Halbjahr - Rittergutsschloss Taucha | Rittergutsmuseum | Förderverein Schloss Taucha e. V. | --------o00o---°(_)°---o00o--------

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Veranstaltungen im Jahr 2012 - 1. Halbjahr (Auszug)



K u n s t a u s s t e l l u n g   „ M e n s c h l i c h e s "   -   P e t e r   F.
28.04.2012 - 03.06.2012

Die Ausstellung ist an den Wochenenden jeweils von 14:00 - 16:00 Uhr geöffnet.
Eintritt: 2,00 EUR

Peter F.


Die inhaltliche Aussage seiner Werke, die verborgene Innenwelt, ist für den 1958 in Rostock geborenen Künstler der wichtigste Bestandteil seiner Arbeit; das Individuum mit all seinen Sehnsüchten und Leidenschaften, Ängsten und Hoffnungen im Zusammenhang mit seiner gesellschaftlichen Stellung. Dabei überspringt und durchmengt er die Grenzen zwischen dem Abstrakten und Konkreten.

Sein künstlerischer Schaffensweg begann schon frühzeitig in seiner Kindheit. Er zeichnete viel, war begeistert von z. B. dem großen französischen Klassizisten Jean Auguste Ingres und wusste eigentlich schon seit er denken kann, was er wollte: Maler werden. Doch wie in so vielen Künstlerbiografien führte sein Lebensweg nicht direkt dorthin. In den 1970er Jahren lernte er erst Polsterer und arbeitete bis zur Aufnahme des Studiums in verschiedenen Berufen.

Seine Leidenschaft für die Malerei und seine Fertigkeiten eröffneten ihm dann 1985 die Möglichkeit zum Studium an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst, an der er 1990 seine Diplomprüfung bei Prof. Bernhard Heisig ablegte. Seitdem ist der Heisig-Schüler als freiberuflicher Maler tätig, begründete ein Jahr später die „Galerie Peter F.” in der Kapellenstraße und wurde Vorstandsmitglied des Bundes Bildender Künstler Leipzig (BBKL) und des Leipziger Kunstvereins Kolonie „Ost”.

Inzwischen hat er seine Atelier-Werkstatt nach Taucha verlagert. Auftragsarbeiten nimmt Peter Franke gelegentlich gerne entgegen und gibt auch in fortlaufenden Kursen, Einblick in die faszinierende Welt der Malerei.

Anlässlich der Kunstausstellung „Menschliches"
des Tauchaer Künstlers Peter Franke fand am 28.04.2012 die Vernissage in der Galerie auf dem Rittergutsschloss Taucha statt.

Vita


  • 1958 am 23. Februar in Rostock geboren

  • 1976 Lehre als Polsterer

  • 1979 - 1985 Tätigkeiten in verschiedenen Berufen

  • Übersiedlung nach Leipzig

  • 1985 - 1990 Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig; Diplom in Malerei/Grafik bei Prof. Bernhard Heisig

  • seit 1990 freiberuflich tätig

  • 1991 Begründung der „Galerie Peter F.“

  • 1991 - 1994 Vorstandmitglied des BBKL und des Leipziger Kunstvereins Kolonie „Ost“


Arbeitsgebiete


  • hauptsächlich Porträt-, Genre- und Landschaftsmalerei; freie Grafik

  • Lehrtätigkeit Malerei /Grafik

  • fortlaufende Kurse im eigenen Atelier


Ausstellungen


Leipzig (Gewandhaus, Kuppelhalle der Dresdner Bank, Leipzig Information, Nikolaikirche), Bad Segeberg bei Hamburg, Teterow, Bonn u. a.

Werkstandorte


Göhren, Döbeln, Berlin, Hamburg, Leipzig, Rostock, Großlehna, Tollwitz u. a.
Die Arbeiten befinden sich vorwiegend in Privatbesitz.


Menschliches - Kunstausstellung Peter F.

Ausstellungsfolder 6-seitig „Menschliches"
Layout & Produktion: P. Franke

Fotos zur Ausstellung

Werke des Künstlers


A u f   d e n   S p u r e n   d e r e r   v o n   H a u g w i t z   b e i   d e r   1 .   T a u c h a e r   l a n g e n   M u s e u m s n a c h t

Zur 1. Tauchaer langen Museumsnacht waren auf dem Rittergutschloss die Galerie mit der kürzlich eröffneten Ausstellung "Menschliches" von Peter Franke, der Weinkeller, die Kulturscheune und das Rittergutsmuseum im Herrenhaus frei zugänglich. Zusätzlich hatte der Heimatverein seinen Fundus mit einer Vielzahl von Haushaltgeräten, Waschtrögen und Fahrzeugen aus früherer Zeit geöffnet. Damit wollte der Schlossverein nach Aussagen seines Vorsitzenden Jürgen Ullrich testen, ob es für eine solche Veranstaltung - sprich eine sehr lange Öffnungszeit vieler Räume auf dem Schlossareal - um sich in aller Ruhe umzuschauen - überhaupt einen Bedarf gibt. Insofern fehlte an diesem Abend auch ein Rahmenprogramm, das gibt es zur langen Schlossnacht "Beim Burgvogt zu Gast" am 16. Juni. Gleichzeitig fand in Leipzig und Halle die 13. Museumsnacht statt und tatsächlich konnte der Schlossverein insgesamt 71 Besucher begrüßen, eine schöne Resonanz für die Erstauflage. Die kamen nicht nur aus Taucha, auch Jesewitz, Döberschütz, Delitzsch, Eilenburg, Bad Düben und aus Leipzig "um sich zu informieren, was sich in der alten Heimat geändert hat", wie Marlies Dannert erklärte. Gemeinsam mit Jürgen Ullrich und seiner Frau Susanne hat sie die Besucher empfangen und durch die historischen Räumlichkeiten geführt und natürlich das Eine oder das Andere ausführlicher erklärt.

In der Galerie waren nicht nur die Bilder von Peter Franke zu sehen, auch ein Video, dass den Künstler in seinem Umfeld zeigt und seine Gedanken wieder gibt, die er sich beim Malen so gemacht hat. Am 26. und 27. Mai kann man übrigens Peter Franke persönlich in seinem Tauchaer Atelier in der Eilenburger Str. besuchen, er beteiligt sich an der "8. Kunst: Offen in Sachsen".

Im Weinkeller befindet sich der eigentliche Schatz, alle Weine vom Tauchaer Weinberg von den Jahrgängen ab 2003, natürlich gesichert hinter einem schmiedeeisernen Tor. Der Weinkeller kann im Gegensatz zur Kulturscheune auch weiterhin für private Veranstaltungen bis zu ca. 20 Personen weiter genutzt werden. Wegen der Lärmbelästigung ist das leider ab August in der Kulturscheune nicht mehr möglich. Auch der Pachtvertrag mit der Stadt zur Nutzung der Kulturscheune läuft Ende August aus, wie Jürgen Ullrich das Online Magazin informierte. Nach Aussagen des Schlossvereinsvorsitzenden bedeutet das aber nicht, dass zukünftig keine Veranstaltungen mehr in der Kulturscheune stattfinden. Gleich nebenan im Herrenhaus befindet sich das amtlich verbürgte einzige Rittergutsmuseum in Deutschland. "Alles im Museum hat unmittelbaren Bezug zum Areal oder beschäftigt sich mit der Historie der Anlage", erklärte Ullrich das Alleinstellungsmerkmal. Das Rittergutsmuseum, das jeden 4. Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr geöffnet hat, wird nach Aussagen des Schlossvereinsvorsitzenden auch intensiv angenommen. Im nächsten Jahr plant der Schlossverein im Herrenhaus den Ausbau zweier weiterer Räume, um darin die Entwicklung des Rittergutsschlosses ab 1945 aufzuarbeiten. Außerdem sollen zum 200. Jahrestag der Völkerschlacht nicht nur die Grabmäler der in Taucha gefallenen Generäle Manteuffel und Bogue restauriert werden, sondern auch eine Gedenktafel auf dem Schlossgelände eingeweiht werden, die an die Massengräber bei Taucha der Völkerschlacht erinnern soll.

Nach den Worten von Jürgen Ullrich fanden die Besucher es sehr angenehm, eine größere Menge an Objekten auf einmal besuchen und besichtigen zu können und keinen Zeitdruck etwa durch Führungen zu haben. Als Wunsch wurde geäußert, dass eine bessere Orientierung, etwa durch Tafeln an den Gebäuden und einzelnen Objekten wie Brunnen, Mühlsteine, Skulptur "Schwarze Madonna" zu ermöglichen. Genau das plant der Schlossverein ohnehin, bis zum Tag des offenen Denkmals am 9. September sollen alle Gebäude beschriftet sein. Auch eine weitere Anregung der Besucher liegt im Fokus des Schlossvereins: Die Schau- und Informationstafeln des Rittergutsmuseums sollen noch in diesem Jahr im handlichen A5 - Format als Mitnehm-Leseheft erscheinen.

"Mit einem solch großen Zuspruch hatten wir gar nicht gerechnet, sodass wir bereits heute sagen können: Das machen wir 2013 wieder", ist das abschließende Fazit von Jürgen Ullrich.

Bericht IVT. Text und Fotos: Matthias Kudra


K u n s t a u s s t e l l u n g   M A L   W A S   A N D E R E S

Laudatio

Meine Damen und Herren, verehrte Kunstfreunde, liebe Gäste,

Ihnen allen ein ganz herzliches „Willkommen“ zur Eröffnung der 2. Kunstausstellung 2012.

MAL WAS ANDERES …
… wenn Sie sich umschauen, meine ich, der Titel unserer Ausstellung trügt nicht.

Wenngleich das MAL in doppelter Deutung zu sehen ist: Das klassische Malen, die klassische Malerei – hier und heute in Variationen, in Verfremdungen, die Farbe in Komposition, im Arrangement mit anderen Materialien – eben einmal anderes.

SIE …
… wurde in Leipzig geboren und findet den Norden gar nicht kalt.

ER …
… kommt aus dem Norden und fand problemlos den Weg ins südliche Taucha.

SIE …
… malte schon als Kind und liebt die See.

ER …
… ist Autodidakt und liebt Bach.

SIE …
… studierte Architektur und betreibt eine Ateliergalerie in Hamburg-Bergedorf.

ER …
… arbeitete als Pädagoge; sein Refugium ist seine Werkstatt in Hamburg-Farmsen.

SIE …
… faszinieren die Farben und Strukturen der Natur, die sie stets neu entdeckt und mit ihrer Kunst zu vermitteln sucht.

ER …
… formt die Eigenheiten und Strukturen des Materials neu, ohne sie zu zerstören. Abstraktion ist Endpunkt dieses Prozesses.


Herzlich Willkommen, Manuela Stemmler.
Herzlich Willkommen, Jürgen Wulf.

Im Gästebuch einer großen Arztpraxis in Hamburg, die Frau Stemmlers Arbeiten ausstellte, ist zu lesen: „Eine sehr anregende Ausstellung, so vielseitig.“ Genau diesen Gedanken verfolgten wir auch hier auf dem Rittergutsschloss, als wir begannen, diese Ausstellung zu konzipieren. Und so kam der Vorschlag, einen befreundeten Keramiker mitzubringen, dem Vielseitigkeitskonzept sehr entgegen.
 
Und: Gelungen ist eine schöne Symbiose, eine beeindruckende Vielfalt, deren Entdeckung lohnt und … die den Entdecker belohnt.

Manuela Stemmler


verschlug es nach ihrem Architekturstudium und der Tätigkeit in verschiedenen Büros 2002 nach Hamburg. Ihrer Liebe zum Meer und zu den großen Seglern folgend heuerte sie 2006 als Matrose an und fuhr ein Jahr lang zur See. Ausgedehnte Reisen führten sie u. a. nach Peru, nach Afrika und Australien. Ihre wichtigsten Reisegefährden: Rucksack und Fotoapparat. Seit 2007 freiberuflich tätig, fühlt sie sich in ihrer Ateliergalerie wohl. Hier ist ihr Schaffensmittelpunkt, hier leitet sie Kurse, hier bietet sie gelegentlich anderen Künstlern eine Bühne, ihre Arbeiten zu präsentieren und – hier entstehen ihre eigenen Werke. Auf zahlreiche Ausstellungen im Hamburger Raum, aber auch in Leipzig konnten sich die Besucher von der Vielfalt des Schaffens Manuela Stemmlers überzeugen. So vielseitig Stemmlers Arbeitsweise ist, so vielfältig sind die Materialien, die sie ver- und bearbeitet: Holz, Plexiglas, Zeitungs- und Pergamentpapiere, Textilien, Folien, Schnüre, Garne, Drähte und – Farbe, oft dick aufgetragen und mit dem Untergrund vermischt. Eine ganz eigene Technik, die eine vielfältige, farbenfrohe Verarbeitung zulässt. Was so entsteht begegnet dem Betrachter häufig abstrakt, aber auch als Stillleben oder menschliche Darstellung, individuell, explosiv, spannungsreich. Lichteffekte und Lichtobjekte unterstreichen die Experimentierfreudigkeit der Künstlerin. Tauchen Sie ein in eine Welt, die vielleicht manchmal fremd – zugleich aber faszinierend und inspirierend ist.

Jürgen Wulf,


pensionierter Berufspädagoge erfuhr vor allem durch die Glasuren und Gefäße des Briten Bernhard Leach und die Skulpturen des Deutschfranzosen Jean Arp seine künstlerische Prägung. Seit 1980 in eigener Werkstatt tätig leitet auch er Kurse und veranstaltet alljährlich eine Werkstattausstellung.
Einzel- und Gruppenausstellungen machten ihn über Hamburg hinaus in Norddeutschland bekannt.

Wulf´s Credo: Bei der Arbeit mit den Materialien, die ich bevorzuge, lege ich Wert darauf, der Beschaffenheit, dem Charakter des Materials Rechnung zu tragen. So kann ich Keramiken wegen deren Zerbrechlichkeit keine so zartgliedrigen Formen verleihen, wie ich dies mit Holz oder Metall könnte. Dies wäre wider die Natur. Jürgen Wulf inspirieren folgerichtig vor allem Natursteine mit ihren vielfältigen Formen und Oberflächen. Er selbst bezeichnet dies als die „Anatomie der Vorlage“. „Naturstein, so wie er Jahrtausende gewachsen ist, zeigt sich mir oftmals als Ideengeber“ – so der Künstler selbst. Wie von selbst folge ich seinen Zeichnungen, seiner Linienführung. Er leitet mich förmlich zur schrittweisen Reduktion der Form. Die Abstraktion sei dann nur noch der letzte Schritt, quasi der Endpunkt dieses einmal eingeschlagenen Weges. Wulf reiste 2005 als Teilnehmer eines Internationalen Seminars nach Ungarn und entdeckte dort Raku für sich, eine in Japan entwickelte, spezielle Brenntechnik für Keramiken. Diese Brenntechnik lässt sehr eigene Oberflächen- und Glasurstrukturen entstehen, die jedes Gefäß zum Unikat macht. Einige seiner schönsten Arbeiten hat der Künstler mit in diese Ausstellung gebracht.

Elegante Ausgewogenheit, klare Linien, Spannungsbögen – meine Damen und Herren, lassen Sie sich Zeit beim Betrachten und nehmen Sie sich Zeit zum Betrachten der hier gezeigten Stücke.

Ich darf Ihnen dazu viel Vergnügen wünschen.

Ihr Jürgen Ullrich

Sie hörten: Franziska Tannert, Klavier, und Arnfried Auge, Gesang.

MAL WAS ANDERES

Ausstellungsflyer 2-seitig
zur Kunstausstellung "MAL WAS ANDERES"
Manuela Stemmler & Jürgen Wulf
Layout & Druck: M. Stemmler


L a n g e   S c h l o s s n a c h t

Die Tauchaer kennen Jürgen Ullrich, den Vorsitzenden des Schlossvereins als Nachtwächter Johann Christoph Meißner. Doch zur langen Schlossnacht am vergangenen Sonnabend schlüpfte Ullrich in die Rolle des Burgvogts Heinrich Herzogk. Genauso wie Meißner ist auch die Person von Heinrich Herzogk historisch verbürgt. Er war um ca. 1530 der Prokurist und Verwalter des Rittergutsschlosses im Auftrag seines Herrn Wilhelm (d. Ä.) von Haugwitz. Herzogk musste zusammen mit 43 Mägden und 20 Knechten das Leben auf dem Rittergutsschloss organisieren.

Mit Blick auf den Brunnen des Schlosshofes, den es wahrscheinlich damals noch nicht gab, zog er den Hut vor der enormen schweren Arbeit hauptsächlich der Mägde, die das Wasser von der Parthe auf das Schloss tragen mussten. Der wenigstens 400 Jahre alte Schlossbrunnen, der bei Aufräumungsarbeiten eher zufällig entdeckt wurde, ist "ein Stück originales Mittelalter", verkündete Ullrich stolz. Immerhin hat sein Wasser fast Trinkwasserqualität, wie entsprechende Untersuchungen vor kurzem bestätigten. Das Schloss wurde in seiner über 800-jährigen Geschichte vor allem landwirtschaftlich als Schweinemastanlage genutzt. Seit 1569 wird auf dem Schlossberg auch Wein angebaut. Auch wenn heute nach einer EU-Verordnung nur noch auf einer Fläche von 100 m² (gelisteter) Wein sortengleich angebaut werden darf, können doch immerhin noch ca. 150 Flaschen abgefüllt werden, wusste Jürgen Ullrich zu berichten. Die Gäste konnten sich davon überzeugen und einen roten Dornfelder aus dem Jahre 2009 nicht nur verkosten, auch mitnehmen. Jeder Jahrgang hat ein besonderes Etikett und die sind z. T. auch signiert, z. B. vom sächsischen Ministerpräsidenten.

Nach dem Rundgang erwartete die Besucher eine originale mittelalterliche (Soljanka-) Suppe. Doch das Rezept der wohlschmeckenden Suppe wollten die Frauen der Gewandgruppe des Schlossvereins, welche die Suppe gekocht haben, mit dem Verweis auf eine anwesende Kräuterhexe nicht Preis geben. Die Gewandgruppe um Uta Holz zelebrierte dann in der Kulturscheune eine mittelalterliche Modenschau und informierte über mittelalterliche Kleidung und Mode sowie deren Herstellung. Darüber hinaus präsentierten sie einen mittelalterlichen Tanz. "Das mit dem Tanzen hat sich so zufällig ergeben", meinte Uta Holz dazu und dankte insbesondere Susanne Ullrich - der Frau des Schlossvereinsvorsitzenden - für das ehrenamtliche Nähen der Kostüme.

Zu vorgerückter Stunde wurde es dann noch schaurig. Der Scharfrichter, dargestellt von Jan Ullrich, hatte seinen Auftritt und erläuterte mittelalterliche Foltermethoden. Dabei bestand er auf der Feststellung, Urteile nur vollstreckt aber niemals jemanden erhängt zu haben.

Bericht IVT. Text: Matthias Kudra

Aufnahmen: Moldenhauer


„ F i n e s t   R o c k   &   B a l l a d s "   z u r   1 1 .   T a u c h a e r   R o c k n a c h t

Auch in diesem Jahr eröffnete die Gewinnerband des letztjährigen Bandcontests - „Out of the Blue"
- die Rocknacht am Samstag Abend auf dem Schlosshof. Am diesjährigen Bandcontest beteiligten sich insgesamt 10 Bands und das sind 3 Bands mehr als im vergangenem Jahr. Jede Gruppe hatte insgesamt 20 Minuten Zeit zum Spielen. Nach Einschätzung vom veranstaltenden Schlossverein ist der Bandcontest gut gelaufen. Erstmalig saßen Vertreter vom Jugendparlament Taucha mit in der Jury. „Das war eine tolle Sache, das werden wir wiederholen" sagte Schlossvereinsvorsitzender Jürgen Ullrich dazu. Nächstes Jahr soll nach Ullrichs Worten mehr Werbung in den regionalen Schulen für den Bandcontest gemacht werden, weil beim Wettbewerb ja auch Schulbands spielen. Damit meinte Ullrich, die auch wegen Regens eher dürftige Kulisse während des Bandcontests am Tag.

Das sollte sich dann am Abend doch entscheidend ändern. Nach ersten Schätzungen des Veranstalters kamen über 500 Besucher zur 11. Tauchaer Rocknacht trotz eines Eintrittspreises von immerhin 15 Euro an der Abendkasse. Aber die haben ihr Kommen nicht bereut. Mit einem Licht-Mischpult mit 48 Kanälen war die 11. Rocknacht technisch viel aufwändiger als vorangegangene. Ein exzellenter Klang und eine perfekte Lichtshow setzen die Bands „Out of the Blue", „Four Roses"
und „The Core" gekonnt in Szene. Nach „Out of the Blue", die Titel ihrer ersten selbst aufgenommene DemoEP „Hand Aufs Herz" präsentierten, betraten die Mannen von „Four Roses" um Ingo Paul die Bühne. Ingo Paul, der wieder für das musikalische Management der Rocknacht verantwortlich zeichnete, bedankte sich zu Beginn seines Auftrittes ausdrücklich bei der Vorband „Out of the Blue" und verkündete die Gewinnerband des diesjährigen Bandcontests: „Step Mans Trigger", die dann im nächsten Jahr die Rocknacht eröffnen werden. Die Rocknacht soll sich nach Pauls Worten weiter etablieren so dass auch heutige Nachwuchsbands den ganzen Abend bestrieten. Im Unterschied zu den vergangenen Rocknächten hatten „Four Roses" diesmal über zwei Stunden Zeit ihre „Finest Rock & Ballads" zu präsentieren. Das war ein Dank der Veranstalter an Ingo Paul für sein unermüdliches Engagement für die Tauchaer Rocknacht. „Finest Rock & Ballads" ist auch der Titel ihrer ersten Studio-CD, die unmittelbar vor der Rocknacht noch fertig wurde und bei Anett Nitzschke und Christiane Müller am Stand auch käuflich zu erwerben war. Da gab es auch noch eine Live-CD mit Ausschnitten von der Rocknacht 2006. „Four Roses - das ist unsere live vorgetragene Musik im Zeitalter der Computertechnik" lobte der Leipziger Ralf Schäfer den Auftritt der Band. Seine Frau Kerstin ergänzte:„Altes und Neues ist gut aufeinander abgestimmt".

Es war schon fast Mitternacht als dann Martin Kesici mit seiner Band „The Core" die Bühne auf dem Tauchaer Schlosshof betrat. Der 38-jährige Kesici ist Musiker aus Leidenschaft, arbeitet zudem noch als Moderator bei Berliner Radiosendern und war vor kurzem auch im RTL-Dschungelcamp. Die neuen Songs von „The Core" hatten es Ingo Paul angetan und bewogen die Band zur Rocknacht nach Taucha zu verpflichten. Ein interessanter Farbtupfer. Die Rockfans können sich schon auf die 12. Tauchaer Rocknacht im nächsten Jahr freuen.

Text: M. Kudra IVT
Fotos: H.-J. Moldenhauer, J. ter Vehn

Die Eröffnungsband "Out of the Blue"


 
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