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Vereinsleben | Gewänder & Historie



GEWANDET
Historische Gewänder
- Teil 2* -
von Susanne Ullrich



Immer größer wird die Zahl der Schlossvereinsmitglieder, die ein eigenes Gewand besitzen. Einige Mitglieder unserer Gewand-Gruppe besitzen bereits mehrere Gewänder oder dazugehörige Ausstattungsstücke und Accessoires. Mit zunehmendem Wissen über die Mode im Mittelalter verändern und ergänzen wir im Laufe der Zeit unsere Gewänder, die fast alle selbst angefertigt worden sind.

Mit unseren Gewändern stellen wir vorwiegend Personen der Stände des Mittelalters in und um Taucha dar, die manchmal tatsächlich hier namentlich gelebt haben. Um aber ein möglichst umfassendes Bild von der Mode im Mittelalter zu erhalten, zeigen wir auch Personen aus anderen Teilen Sachsens und zum Teil auch darüber hinaus.

So gibt es in unserer Gruppen zwei unterschiedliche Gewänder für die Torwache. Die Farbgebung rot/schwarz weist auf das Geschlecht derer von Haugwitz hin – die Familienfarben, ebenso die Applikation auf der Vorderseite der hellen Tunika, die die stilisierte Darstellung des Haugwitz´schen Wappens darstellt.

Die zweite Tunika ist in Mi-Parti (gegeneinander gesetzte Farben) gearbeitet, eine Verarbeitungsart, die ab dem 14. Jahrhundert verbreitet war. Die Länge der Obergewänder variierte. Unter dem Obergewand trugen die Herren ein Hemd - die Cotte -, bei Notwendigkeit auch das Kettenhemd.
Zur Ausrüstung gehörten in der Regel Hellebarde und Helm. Auch dabei gab es verschiedene Formen und Größen. Unter dem Helm trug man eine Bundhaube aus Leinen, um zu starkes Scheuern des ansonsten ungepolsterten Helmes zu dämmen. Auch ein Kettenschutz, der fast das gesamte Gesicht rahmte und schützen sollte, war üblich. Unsere beiden Torwachen werden von Dominique Kuntze und von den Herren Rainer Gottschalk und Lutz Miedtank dargestellt.

Dominique Kuntze - Torwache
Dominique Kuntze - Torwache
 

Der Artikel wurde auch in der Rittergutspost Nr. 2 veröffentlicht.
„Gewandet“ wird in den nächsten Jahresheften fortgesetzt.

*Teil 1 erschien im Jahresheft 2009



Historische Gewänder
- Teil 2* -
von Susanne Ullrich

Die Gewänder des Tauchaer Schlossvereins haben in der Zeit des 13. bis 17. Jahrhunderts ihren Ursprung und wurden, soweit als möglich, dem Original nachempfunden. Alle Gewänder sind Unikate, die überwiegend selbst angefertigt worden sind. Durch oftmals zahlreiche liebevolle gearbeitete Details machen die Gewänder ihre Träger unverwechselbar.
Aus der Vielfalt der Bekleidungen aus längst vergangenen Zeiten wollen wir in dieser Ausgabe der „Rittergutspost“ zwei Damen des Bürgertums vorstellen.

Die Bürgersfrau Viktoria
trägt ein langes Hängekleid in Blau mit roten Einsätzen und weißem Spitzenbesatz. Die weißen gepufferten langen Ärmel verleihen dem Kleid ein durchaus festliches Aussehen. Ein rotes Miederteil ergänzt das Ambiente. Unter dem Oberkleid trug man ein Untergewand, Cotte genannt, von einfachem Schnitt, welches zugleich auch als Schlafgewand genutzt wurde. Den Kopf bedeckt ein Barett, welches von Männern ebenso getragen wurde als von Frauen. Die Bürgersfrau Viktoria wird von Frau Karin Miedtank dargestellt.

Frau Vherena
, dargestellt von Frau Uta Holz, ist die Gemahlin des Leinewebermeisters Johann Gottfried Fischer, der aus Nürnberg kommend in Taucha einen Manufakturbetrieb und einen florierenden Tuchhandel aufbaute. Das Unternehmen existiert auch heute noch, weithin bekannt als Modehaus Fischer. Sie trägt ein Kleid, welches in grün/beige gehalten und durch Bordüren geziert ist. Bemerkenswert an diesem Kleid sind die Kapuze und die Trompetenärmel. Im Vorderteil als auch im Rückenteil wurden sehr schöne Schnürungen eingearbeitet. Den ledernen Gürtel, ein sogenannter Wikinger, schließt eine Schnalle. Auffällige auch die Doppelkopfnieten. Ferner trägt Frau Vherena flache Schnürschuhe, eine im Spätmittelalter übliche Fußbekleidung, sowie als Zeichen ihrer Keuschheit einen Jungfernkranz.

Bürgersfrau Viktoria
Bürgersfrau Vherena
Bürgersfrauen beim Tanz
 

Der Artikel wurde auch in der Rittergutspost Nr. 3 veröffentlicht.

 
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